Querfeldein durch die Wirtschaft

Das Vereinslokal wurde mehrmals gewechselt, man war in der „Linde, in der „Teutonia“, „Beim Fend“, doch die kuriosesten Dinge spielten sich im Lokal „Schöne Aussicht“ in der Weilstraße ab. Wir sagten nur „Beim Seppl“. Bücher könnte man schreiben über all die Kuriositäten, die sich dort abspielten. Da fuhr z.B. unser Wilhelm Schnepper, auch eine Legende für sich, für einen 5 Liter Stiefel Bier mit seinem Maico-Motorrad von hinten in das Vereinslokal, erst 5 Treppenstufen hinauf, dann am College und der Wirtschaft vorbei und wieder zwei Treppen hinunter auf die Weilstraße. Bis unsere Wirtsfrau Luise merkte was geschehen war, war auch schon der Spuk vorbei.

Umsatz ist nicht gleich Gewinn

Apropos Luise Röhrig, wir nannten sie nur kurz, aber herzlich „Luis“ Sie war eine herzensgute Vereinswirtin, doch ihr Mann war noch warmherziger und spendabler. Als wir wieder einmal beim Feiern waren und unser Durst nicht zu unserer Finanzsituation passte, blinzelte Seppl kurz herüber. Das war das Zeichen, vor die Tür zu gehen. Wir erhielten 5 DM aus der Wirtshauskasse, um einen Stiefel Bier zu bezahlen. So konnte es passieren, dass sich diese Zeremonie bis zu fünfmal an einem Abend wiederholte. Immer steckte Seppl die gleichen fünf Mark einem andern zu. Luise freute sich über den Umsatz und unser Seppl saß vergnügt auf seinem Stuhl neben dem Eingang zur Küche und rief „Lasst ’s euch schmecke, prost ihr Bauwe!“